Güterregulierung Welschenrohr Güterregulierung Welschenrohr

Güterregulierung Welschenrohr

01.10.2018

Die Güterregulierung führt zur Verbesserung des Bodens und zur Optimierung des landwirtschaftlich genutzten Raumes.

 

In Welschenrohr bestanden seit 1942 Bestrebungen eine Güterregulierung durchzuführen und es kam bereits damals zur Gründung einer Flurgenossenschaft. Aber erst 2004 wurde ein verbindliches Gebiet für die Zusammenlegung definiert (Beizugsgebiet) und die Güterregulierung beschlossen. Nach Vorbereitungsarbeiten, Diskussionen zum Umfang der Umsetzung und der Durchführung eines Submissionsverfahrens konnten die Arbeiten 2006 starten. Auslöser für die Güterregulierung war nicht zuletzt auch der schlechte Zustand der Drainagen und Geländeinstabilitäten infolge fehlender Entwässerungen. In einem Teil der Landwirtschaftszone war aber auch das Grundeigentum infolge der früheren Realteilungen bei Erbgängen sehr zerstückelt und es lagen viele kleine Parzellen mit unterschiedlichen Eigentümern vor. Das behinderte eine rationelle Bewirtschaftung dieser Flächen.

Mit der Güterregulierung sollte also der Wasserhaushalt der Böden mit Entwässerungen (Drainagen) verbessert werden und das Grundeigentum sowie das Pachtland so arrondiert werden, dass für die Bewirtschaftung optimale Parzellen und kurze Wege entstehen. Weiteres Ziel war die Sanierung und Optimierung der Flurwege und Hoferschliessungen, damit sie den heutigen Ansprüchen genügen.

Im Laufe der Projektbearbeitung und -umsetzung kamen weitere Bedürfnisse bezüglich Strassenbau, Hochwasserschutz und Naturschutz hinzu, meist initialisiert durch kantonale Stellen. So wurde die Balmberg-Passstrasse verlegt, um die Sicherheit zu verbessern und Platz für einen neuen Laufstall zu schaffen. Weiter konnte ein Feuchtgebiet langfristig gesichert und der Unterhalt geregelt werden und durch eine Aufweitung des Bachlaufes der Dünnern konnte sowohl der Umwelt wie auch dem Hochwasserschutz Rechnung getragen werden. All diese Massnahmen waren ursprünglich nicht Ziel der Güterregulierung, konnten aber dank der Koordination mit der Landumlegung und der Integration ins Verfahren optimiert werden und kamen damit schlussendlich auch zur Umsetzung.

Die planerischen und bautechnischen Arbeiten der Güterregulierung sind weitgehend abgeschlossen. Die letzten zwei Bauetappen und die Abschlussarbeiten sind noch bis ca. 2020 im Gange.

BSB + Partner durfte bereits die Vorbereitungsarbeiten der Güterregulierung Welschenrohr begleiten und hat nun im Projekt die technische Leitung inne. Damit sind wir für die planerischen Arbeiten der Landumlegung wie auch für die Projektierung und Leitung der Bauarbeiten zuständig. Die Besonderheit von solchen Projekten ist die lange Laufzeit, die strikten Vorgaben zum Verfahrensablauf sowie die sich im Projektzeitraum verändernden Anforderungen und Bedürfnisse der involvierten Stellen. Nicht zuletzt braucht es aber auch die Kunst, die Projektbeteiligten immer wieder auf die Arbeitsziele zu fokussieren, um das Projekt mit einem Kostenrahmen von mittlerweile CHF 9.5 Mio. erfolgreich zum Abschluss zu bringen.