Sanierung SBB-Überführung Aarmatt, Zuchwil Sanierung SBB-Überführung Aarmatt, Zuchwil

Sanierung SBB-Überführung Aarmatt, Zuchwil

13.03.2017

Instandsetzung und Erhaltung einer Brückenkonstruktion unter Verkehr.

 

Der Fokus beim Sanierungsprojekt «SBB-Überführung Aarmatt» in Zuchwil liegt auf der Instandsetzung der Brücke sowie der Erhaltung ihrer Funktionsfähigkeit für die nächsten ca. 40 Jahre. Die in den 1970er-Jahren erbaute Bahnüberführung war seit Längerem sanierungsbedürftig und die durch den natürlichen Alterungsprozess des Betons entstandenen Schäden mussten baldmöglichst behoben werden. Die gesamte Brücke von rund 220 Metern Länge und 18 Metern Breite musste für die Sanierungsarbeiten eingerüstet werden und wird nun etappenweise instand gesetzt.

Die Hauptschwierigkeit bei diesem Projekt liegt in der Koordination der Bauarbeiten mit dem Bahnbetrieb der SBB: Es müssen insgesamt fünf stark genutzte Spuren bei der Planung der Gleissperrungen berücksichtigt werden. Dass die Gleise tagsüber nicht gesperrt werden können und in der Nacht Güterzüge darauf verkehren, hat zur Folge, dass immer mindestens ein Gleis befahrbar sein muss. Eine minutiöse Planung im Vorfeld war deshalb unumgänglich für einen reibungslosen Ablauf des Bahnverkehrs. Auch andere Partner mussten bei der Planung und Koordination der Arbeitsschritte berücksichtigt werden: Der Zusammenarbeit mit dem Amt für Tiefbau und Verkehr, dem Kanton Solothurn, der Gemeinde Zuchwil, den BSU Busbetrieben, der Polizei im Bereich der Leitsysteme sowie den Werkleitungseigentümern kam eine grosse Bedeutung zu.

In einer ersten Phase wurde als Arbeitsgrundlage eine Zustandsuntersuchung erstellt, in der alle Schäden und Mängel festgehalten wurden. Basierend auf diesen Angaben wurde ein Massnahmenprojekt erstellt, worin sämtliche auszuführenden Bauschritte konkret formuliert wurden (Massnahmen zur Sanierung und Verstärkung der Brücke, Schnittstellen zu Dritten, Ausführungsrahmenbedingungen, Kostenschätzung, Verkehrskonzept usw.).

Die Sanierungsmassnahmen bestehen aus der Behebung von Rostschäden, der Instandsetzung des Betons, dem Ersatz des Fahrbahnbelages sowie einem Oberflächenschutz der Brückenplatte durch Abdichten. Dadurch sollen der Beton und das darin enthaltene Eisen vor der Korrosion durch Streusalz geschützt werden. Ausserdem wird die gesamte Brücke gereinigt und versiegelt. Graffitischutz ist ebenfalls ein Bestandteil dieser Massnahmen.

Die gesamte Betonkonstruktion liegt auf Brückenlagern und nicht direkt auf den Stützpfeilern. Diese Lager fangen die Bewegungen der Brücke auf, damit durch Spannungen im Material keine Risse im Beton entstehen. Die Brückenlager sind nun nach 40 Jahren intensiver Beanspruchung verbraucht und haben begonnen, Rost anzusetzen. Der Ersatz der Lager ist deshalb einer der wichtigen Arbeitsschritte in diesem Sanierungsprojekt, nebst der Installation neuer Leitsysteme und besserer Beleuchtung.

Ein zentrales Element im gesamten Sanierungsprozess war die Beurteilung der statischen Gegebenheiten. Es stellte sich die Frage, ob die Brücke den neuen statischen Normen noch genüge. Während des Evaluationsprozesses kam BSB + Partner zum Schluss, dass die Überführung mit relativ geringem Aufwand an die neuen Normen angepasst werden kann. Zwingend war hierbei eine Anpassung an die Erdbebensicherheit, da die neuen Normen höhere Anforderungen an das Tragwerk stellen als noch vor 40 Jahren. Es wurden daher verschiedene Verstärkungsmassnahmen durchgeführt, wie zum Beispiel die Verstärkung der Brückenlager, sodass die einwirkenden Kräfte in den Boden abgeleitet werden, ohne das Tragwerk zu beschädigen.

Die Belastung durch den Zugverkehr war ein weiterer sehr wichtiger Faktor, der in Betracht gezogen werden musste. Die Züge fahren mit bis zu 120 km/h an den Brückenpfeilern vorbei. Im Falle einer Entgleisung und des Aufpralls eines Zuges auf einen Stützpfeiler muss dieser die Krafteinwirkung von 400 Tonnen (laut SIA-Norm) aushalten können.