Periodische Nachführung in der amtlichen Vermessung Periodische Nachführung in der amtlichen Vermessung

Periodische Nachführung in der amtlichen Vermessung

23.04.2018

Das Nachführen der Geodaten ist entscheidend, damit diese den hohen Ansprüchen an Genauigkeit und Aktualität entsprechen. Bei der periodischen Nachführung (PNF) werden die Daten kontrolliert und wenn nötig korrigiert.  

Die amtliche Vermessung – aktuell und zuverlässig: Dies erwarten die Nutzer der Informationen und Daten. Die hohe Qualität der Daten ist nicht selbstverständlich. Nur mit laufender Aktualisierung und Kontrolle der erfassten und gespeicherten Daten lässt sie sich aufrechterhalten. In diesem Sinne ist die amtliche Vermessung ein ewiges Werk, da sie dauernd den Veränderungen der realen Welt angepasst werden muss.

Als sogenannte Georeferenzdaten dient die amtliche Vermessung sehr oft als Bezug für die Lokalisierung und Darstellung von weiteren Daten mit Bezug zu einer Örtlichkeit (Geodaten). Deshalb besteht ein hoher Anspruch, dass die Daten aktuell, richtig und genau sind. Man spricht auch von einer Geodateninfrastruktur. Auf dieser können beliebige weitere Daten und Informationen aufgebaut, analysiert oder weiterentwickelt werden. Eine solche Geodateninfrastruktur bringt nur dann den geforderten Nutzen für Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Private, wenn die Qualität stimmt. Wenn also Aktualität, Richtigkeit und Genauigkeit in hohem Masse erfüllt sind.

Oft fehlt das Bewusstsein für diese Qualitätsaspekte, wenn Daten verwendet werden: Nutzerinnen und Nutzer beziehen sie irgendwo oder laden sie herunter. Anschliessend verwenden sie die Daten sorglos weiter, ohne zu hinterfragen, wer die Quelle und wie hoch die Qualität ist. Dies kann mitunter zu falschen Schlussfolgerungen oder Entscheiden führen: Die gezogenen Schlüsse sind zwar richtig, sie basieren aber auf schlechten Grundlagendaten.

Geodaten werden meist erfasst, ohne ein Konzept zu deren späterer Aktualisierung oder Nachführung zu haben. Die Daten langfristig aktuell zu halten, ist in der Regel aufwändiger und teurer als die Ersterfassung. Gerade durch die regelmässige Aktualisierung steht und fällt aber die Qualität und somit die Verwendbarkeit der Daten: Veraltete Daten sind schnell wertlos.

Das Aktualisieren oder Nachführen von dauernd benutzten Dateninfrastrukturen ist also ein Schlüsselelement. Dies kann laufend erfolgen mit einem Meldewesen zu ausgeführten Veränderungen oder periodisch durch eine Kontrolle und Korrektur der Daten. Die Nachführung mit einem Meldewesen setzt voraus, dass Veränderungen erkannt werden. Bei geografischen Daten, die ein Abbild oder Modell der Realität darstellen, ist dies nicht per se gegeben. Ändert sich eine Eigentumsgrenze oder wird ein neues Gebäude erstellt, sind dazu ein amtliches Verfahren, eine Baubewilligung oder eine Versicherung zwingend notwendig. Daran kann ein Meldewesen zur Nachführung der Daten geknüpft werden. Verändern sich jedoch andere Zustände in der Realität, zum Beispiel ein Waldrand, da sich der Wald ausdehnt, oder ein Feldweg, der sich durch die laufende Benutzung oder Sanierung in seiner Lage verschiebt, so führt dies zu einem Widerspruch zu den früher erfassten Daten bzw. zu fehlerhaften Daten.

Damit die Daten der amtlichen Vermessung aktuell bleiben, wurde neben der laufenden Nachführung aufgrund von Veränderungsmeldungen das Instrument der periodischen Nachführung (PNF) geschaffen. Dies ist eine systematische Kontrolle der Daten durch Vergleiche mit Luftfotos und mit Daten aus anderen Datenquellen. In einem ersten Arbeitsschritt werden die bestehenden Mängel festgestellt und in einem zweiten Arbeitsgang die Korrekturen vorgenommen. Bei der systematischen Kontrolle werden auch Fehler und Mängel aufgedeckt, die infolge ungenügenden Meldewesens entstanden. Es ist also zusätzlich eine generelle Qualitätskontrolle der Daten erforderlich. Das alles hat seinen Preis. Der volkswirtschaftliche Nutzen rechtfertigt aber diesen, weshalb Bund und Kanton die Arbeiten finanzieren. Nach Rechtsvorschrift wird die periodische Nachführung alle sechs bis zwölf Jahre wiederholt und soll damit sicherstellen, dass die Daten der amtlichen Vermessung in ihrem vollen Umfang aktuell, vollständig, richtig und genau bleiben. Wir arbeiten daran, für Sie.

Trotz aller Anstrengungen bleibt aber zu bedenken, dass eine Datenaktualisierung nur mit Zeitverzögerung möglich ist. Wir bitten die Nutzerinnen und Nutzer der Daten, dies bei ihren berechtigten Qualitätsansprüchen zu beachten.