Ortsplanung Egerkingen Ortsplanung Egerkingen

Ortsplanung Egerkingen

01.01.2015

Anspruchsvolle Planung in einem dynamischen Raum.

Das Ineinandergreifen von feinen und groben Zahnrädern führt zu einem optimalen Mechanismus.

Laut Gesetz ist jede Gemeinde im Kanton Solothurn dazu aufgefordert, ihre Ortsplanung alle zehn Jahre zu überprüfen und wenn nötig zu ändern. Die Gemeinde Egerkingen hat im Jahre 2010 die Revision ihrer Ortsplanung in Angriff genommen. Diese wurde nun vom Regierungsrat des Kantons Solothurn genehmigt.

Spannungsfeld Egerkingen
Die Gemeinde Egerkingen entwickelt sich rasant und dynamisch, was sowohl durch die verkehrstechnisch günstige Lage direkt an der Autobahn A1 als auch durch den nahe gelegenen Bahnverkehrsknotenpunkt Olten bedingt ist. Das grosse Interesse am Standort Egerkingen vonseiten der Industrie und das daraus resultierende schnelle Wachstum der Gemeinde bilden ein Spannungsfeld zwischen rasanter Entwicklung und der zunehmend restriktiv-regulatorischen Haltung gegenüber neuen Landüberbauungsprojekten. Die Bevölkerung schätzt die Vorzüge, die durch das dynamische Wachstum entstehen, hat aber gleichzeitig Mühe, mit der Abnahme von Freiräumen umzugehen. Auf der Rücksichtnahme auf die privaten Bedürfnisse der Bevölkerung liegt deshalb ein besonderes Augenmerk. Das Schaffen von attraktivem Wohnraum, der den Bedürfnissen der Einwohner von Egerkingen gerecht wird, ist eine grosse Herausforderung.

Spezielle Ansprüche an die Ortsplanung
Der spezielle Anspruch an die neue Ortsplanung ist deren Auseinandersetzung mit dem teilrevidierten Raumplanungsgesetz, das am 1. Mai 2014 in Kraft getreten ist. Die darin definierte Vorgabe der Innenentwicklung und Verdichtung in Siedlungsgebieten birgt viele neue Herausforderungen und stellt erhöhte Anforderungen und Ansprüche an die Planungsprozesse.

Im Rahmen der Ortsplanung wird das gesamte Gemeindegebiet tangiert: Bauzonen und deren Erschliessung, Schutzzonen, Landwirtschaftszonen sowie Waldflächen und Gewässer. Der Bauzonen- sowie der Gesamtplan, die das Siedlungsgebiet beschreiben, sind sehr vielgestaltig; die Art und Weise der zulässigen Nutzungen, auch der Landwirtschafts- und Naturschutzzonen, spielt darin eine zentrale Rolle. Auch der Schutz der Siedlungsgebiete vor Naturgefahren sowie der Schutz der Gewässer vor den Auswirkungen der Besiedelung fliessen in die Konzeption mit ein.

Zusätzlich ist die Verkehrsplanung bei Ortsplanungen immer ein tragendes Element, im Fall von Egerkingen spielt sie allerdings eine besondere Rolle. Da die Verkehrsplanung mitunter einen direkten Einfluss auf die Konzeption der Siedlungsgebiete hat, tauchen Fragen nach der Erschliessung der Wohnzonen durch den öffentlichen Verkehr und der damit verbundenen verdichteten Bauweise auf. Die Verkehrsplanung kann nicht mehr nur auf kommunaler Ebene gelöst werden. Die zunehmende Verkehrsdichte verlangt, dass die Konzeptionsschritte überregional betrachtet und koordiniert werden müssen.

Die klare Tendenz zur Regionalplanung führt in Richtung einer gemeinsamen Herangehensweise und eines Zusammenführens von Ideen der Gemeinden mittels eines aktiven, interkommunalen Austausches.

Zonenplan
Die Charakteristika von Egerkingen sind der direkte Autobahnanschluss an die A1/A2, die attraktiven Wohngebiete, die grosse Industriezone mit einer hohen Fahrtendichte der Logistik sowie der publikumsintensive Gäupark. Auch hier sind Pro und Kontra abzuwägen und in die Planungsschritte miteinzubeziehen. Die Autobahnanbindung bringt einen Standortvorteil für Egerkingen mit sich, fördert aber auch Probleme wie eine hohe Verkehrsfrequenz und Lärmemissionen zutage.

Im Gäu stellt sich die Herausforderung, dass sich bei Stausituationen auf der Autobahn in Egerkingen automatisch Verkehrsüberlastungen bilden. Die hohe Dichte der Logistikunternehmen im Gäu und die damit verbundene hohe Frequenz auf der Autobahnzufahrt in Egerkingen hinterlassen Spuren. Dieser Faktor muss in der Verkehrsplanung unbedingt berücksichtigt werden, denn der Zonenplan beinhaltet die Koordination der Massnahmen sämtlicher Aspekte auf dem Gemeindegebiet.

Nebst den verschiedenen planerischen Aspekten ist die zwischenmenschliche Komponente elementar. Unterschiedliche Interessen müssen berücksichtigt und abgewogen werden, wobei eine angenehme Koexistenz immer im Zentrum der Überlegungen steht. Dieser Faktor ist durch das neue Raumplanungsgesetz massiv betroffen, im Gegensatz zur Vergangenheit sind die soziologischen Aspekte nun noch intensiver zu gewichten. Der Wunsch nach qualitativ hochwertigem Wohnraum – auch in Bezug auf die natürliche Umgebung – und die Auflage des verdichteten Bauens sind nicht immer einfach in Übereinstimmung zu bringen. Die Präsenz einer grossen Anzahl von Unternehmen in der Region bedeutet aber auch, dass wertvolle Arbeitsplätze in der Region geschaffen und Wohnraum erhalten bzw. neu zur Verfügung gestellt werden muss.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass der Egerkinger Boden wertvoll ist und weitere Industrie- und Gewerbeprojekte anstehen. Die schemenhaft bekannten zukünftigen Bauprojekte werden dabei berücksichtigt und fliessen in gewissen Bereichen bereits jetzt in die Überarbeitung der Ortsplanung mit ein.

Egerkingen spielt eine Pionierrolle, denn als eine der ersten Gemeinden im Kanton Solothurn wendete Egerkingen das neue Raumplanungsgesetz konsequent an. Das bedeutet, dass die Erfahrungen auf diesem Gebiet noch rar waren und der intensiven Kommunikation zwischen Kanton, Gemeinde und der Bevölkerung somit eine zentralere Rolle zufiel.