Neue Werkstrasse für Vigier Beton mit naturnahem Aareufer Neue Werkstrasse für Vigier Beton mit naturnahem Aareufer

Neue Werkstrasse für Vigier Beton mit naturnahem Aareufer

27.06.2016

Es entstand ein attraktives Aareufer für Menschen, Tiere und Pflanzen!

 

Die Bevölkerung von Flumenthal litt seit Jahren unter dem zunehmenden Lastwagenverkehr zur Grube «Hohbühl» der Vigier Beton Mittelland AG, da die Werkstrasse mitten durch ein Wohnquartier führte. Ein mehrjähriger Planungsprozess und der Bau einer neuen Werkstrasse löste das Problem sowohl für die Quartierbewohner als auch für die Vigier Beton Mittelland AG. Gleichzeitig entstand ein attraktives Aareufer für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Die neue Werkstrasse ist 1500 Meter lang und führt parallel zur Aare und zur Hochspannungsleitung der Alpiq von der Waldaustrasse in Riedholz bis zur ARA Flumenthal. Die Fläche der Baustelle beträgt 50‘000 m2. Der Strassenaufbau wurde für die Verkehrslast T4 gemäss des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute ausgelegt. Stellenweise ist die Fundation mit Geogittern und Geotextilien verstärkt.

In der neuen Fahrbahn wurde ein Rohrleitungsblock mit sieben Kabelschutzrohren für die Alpiq eingebaut. Darin sollen in fünf bis sieben Jahren die heutige oberirdische Hochspannungsleitung verlegt werden.

Um die Anwohner künftig vor den Emissionen des Werkverkehrs zu schützen, wird die neue Strasse teilweise in Tieflage geführt. Dies vermindert nicht nur Staub, Lärm und Abgase, sondern verbessert für die Bewohner insbesondere auch die Sicherheit im Quartier.

Attraktiver Zugang zur Aare

Ebenfalls abgesenkt wurde das Gelände zwischen der Werkstrasse und der Aare. Dadurch gibt es keine steilen Böschungen mehr zwischen dem neuen Fussweg und der Aare. Zudem ist der Zugang zum Fluss nun einfacher. Damit der neue Fussweg entlang der Aare trotz der Absenkung zugänglich bleibt, wurde ein Fussgängersteg über die Werkstrasse mit familientauglichen Rampen erstellt.

Für die Realisierung der Tieflage musste eine Fläche von rund 10‘000 m2 Wald gerodet werden, die jedoch im Frühjahr 2016 wieder aufgeforstet wurde. Der Aushub im abgesenkten Gebiet für Still- und Hinterwasser enthielt teilweise kontaminiertes Material und Abfälle. Diese wurden vorschriftsgemäss als Inert-, Reaktor- und Reststoffe entsorgt.

Das entstandene Stillwasser hat keine Verbindung zur Aare und wird nur durch das Grundwasser gespeist. Ein wasserdurchlässiger Damm zum Hinterwasser erlaubt den Flüssigkeitsaustausch. Das Stillwasser soll frei von Fischen bleiben und ermöglicht Amphibien und Insekten, sich in einem geschützten Bereich fortzupflanzen und zu entwickeln.

Paradies für Amphibien
Mit der Aare verbunden ist dagegen das Hinterwasser. Es dient Wassertieren als Kinderstube. Für die erwartete Wanderung von Amphibien wurden zwei Kleintierdurchlässe gebaut. Sie ermöglichen den Tieren eine sichere (Unter-)Querung der Strasse.

Die grossen Kies- und Ruderalflächen sind bewusst nicht bepflanzt; sie sollen natürlich von einheimischen Pflanzen besiedelt werden. Aus diesem Grund wurde auch zurückhaltend aufgeforstet.

Eine optimale Sicherung der Böschung liess sich mit von der Vigier AG produzierten grossen Betonblöcken erreichen.

 

Infokasten

Die Beteiligten am Projekt

Die Projektrealisierung wurde durch eine kantonale Begleitgruppe beaufsichtigt, unter dem Vorsitz von Rudolf Bieri vom Kantonalen Amt für Raumplanung. Eine zusätzliche Begleitung erfolgte durch verschiedene kantonale Ämter, insbesondere durch das Amt für Umwelt.

Die geologische Begleitung wurde von der SolGeo AG aus Solothurn gewährleistet, die Umweltbaubegleitung von der ANL AG aus Aarau.

Die bodenkundliche Baubegleitung und statische Untersuchung zur Standsicherheit der Hochspannungsmasten führte BSB + Partner durch.

Folgende Firmen aus der Region waren an Teilprojekten beschäftigt:

  • ERNE AG, Bauunternehmung, Olten (Allgemeiner Tiefbau)
  • Forstbetrieb Leberberg (Aufforstungen)
  • Galli, Hoch- und Tiefbau, Zuchwil (Kabelblock der Alpiq)
  • Gebrüder Flury AG, Holzerei, Steinhof (Holzereiarbeiten)
  • Grund- und Tiefbau AG, Solothurn (Mastsicherungen)
  • Implenia AG, Bauunternehmung, Solothurn (Strassenbauarbeiten)
  • Sterki Bau AG, Solothurn (Fussgängersteg)
  • Tschanz AG, Bauunternehmung, Luterbach (Bacheindolung)
  • Vigier Beton Mittelland AG (Erd- und Aushubarbeiten)