Neubau Schulhaus Kestenholz Neubau Schulhaus Kestenholz

Neubau Schulhaus Kestenholz

25.09.2017

Ein Schmuckstück für den Schulalltag.  

Ein neues Primarschulhaus muss andere Bedürfnisse abdecken als die bestehenden, alten Gebäude. In Kestenholz lag der Schwerpunkt auf Beton- und Sichtbetonelementen. Speziell die fugenlosen Sichtbetonfassaden stellten eine besondere Herausforderung dar.
 

Das Primarschulhaus in Kestenholz kann seit einigen Jahren den Bedarf an Schulräumen für die stetig steigenden Schülerzahlen kaum mehr erfüllen. Aus diesem Grund wurde 2014 von der Gemeindeversammlung eine Erweiterung mit Ersatzneubau beschlossen. Im folgenden Wettbewerb gingen mehr als zwanzig Projekte ein, von denen sich das Projekt der Architekten Ern+Heinzl aus Solothurn als Sieger durchsetzte. Das Projekt sieht den Erhalt sowie die Sanierung des historischen Schulgebäudes vor. Die Anbauten aus den Jahren 1957 und 1970 wurden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Das neue Schulhaus bietet mit seinen vier Geschossen ausreichend Platz für die zu erwartenden Schülerzahlen. Im Untergeschoss entstand Raum für Technik und Lager. Im Erd- sowie in den Obergeschossen reihen sich die Unterrichts- und Lehrerzimmer an den breiten, hellen Korridor. Von diesem aus blickt man im Erdgeschoss durch einen Vorhang aus Fassadenstützen auf den Schulhof. Das zweite Obergeschoss ist ein weiteres Highlight des Baus: Das geneigte Dach bietet viel Platz, und durch die grossen Fenster hat man einen guten Blick über die Felder sowie zur nahen Jurakette. Die Eingänge des neuen Schulhauses sind von weit auskragenden Vordächern überspannt. Diese verbinden das historische Schulgebäude mit der Mehrzweckhalle.

Das Erscheinungsbild des neuen Schulhauses ist geprägt von der Reduktion auf klare Formen, scharfe Kanten und wenige, ausgewählte Farben und Materialien. Alle sichtbaren Strukturelemente sind in Sichtbetonoptik konzipiert. Für die Fassaden wurde ein spezieller Beton mit weissem Zement verwendet, der sich von den übrigen Bauteilen abhebt. Die Sichtbetonoberflächen werden aussen durch bronzefarbene Metallelemente, im Gebäudeinnern durch hölzerne Verkleidungen ergänzt.

BSB + Partner plante das Tragwerk des neuen Schulhauses. Im Februar 2016 wurde mit dem Abriss der bestehenden Schulbauten und dem Aushub für den Neubau begonnen. Der grosse Anteil an betonierten Bauteilen mit Sichtbetonoberflächen erforderte von den Beteiligten eine umfangreiche Planung und höchste Genauigkeit in der Ausführung. Insbesondere die hohen Anforderungen an die fugenlosen Sichtbetonfassaden erforderten einige nicht alltägliche Lösungsansätze. Um eine thermische Bauteiltrennung zu gewährleisten, wurden auf der Höhe der Unter- respektive Erdgeschossdecken Betonriegel mit speziellen Dämmelementen angebracht. Diese leiten das Gewicht der Betonfassade ins Bauwerk ein. Die Sicherung der Fassadenflächen gegen horizontale Kräfte erfolgt über regelmässig angeordnete Anker. Durch Betonschwinden und Temperaturschwankungen entstehende Risse in der Betonfassade sollen unter allen Umständen verhindert werden. Die verwendeten Dämmelemente der Riegel lassen die auftretenden Formänderungen der Fassade zu, Horizontalkräfte werden lokal in der Wandmitte abgetragen. Eine massive Minimalbewegung in Fassade und Riegeln sichert eine gleichmässige Verteilung und beschränkt die Grösse von entstehenden Rissen. Um Rostflecken zu vermeiden, wurde für die gesamte Fassade nichtrostender Bewehrungsstahl verwendet. Die bewitterten Betonoberflächen wurden mit einem wasserabweisenden und graffitiresistenten Schutzanstrich versehen.

Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Architekten, dem Fachplanungsteam und den Unternehmen konnten die Bauarbeiten am Rohbau des Schulhauses im November 2016 abgeschlossen werden. Der Bezug der neuen Schulräume erfolgte mit grosser Freude im Sommer 2017.