Die Vernetzungsprojekte – ein Gewinn für Mensch und Natur Die Vernetzungsprojekte – ein Gewinn für Mensch und Natur

Die Vernetzungsprojekte – ein Gewinn für Mensch und Natur

08.12.2015

Dank den Vernetzungsprojekten grössere Artenvielfalt und attraktivere Naherholungsgebiete!

Vorgeschichte
Seit die Umweltabteilung Ende der 80-er Jahre gegründet wurde, haben sich die Kompetenzen laufend erweitert. Insbesondere im grünen Bereich gibt es aber auch immer Fachbereiche, die während einer bestimmten Zeit die Hauptbeschäftigung ausmachen. So waren es zur Gründerzeit die Naturinventare, die mehrere Biologen beschäftigten. Vor rund 15 – 20 Jahren kamen die Naturkonzepte, die neben den Inventaren Bestandteil der letzten Ortsplanungsrevisionen waren. Zu dieser Zeit gewannen auch die Umweltverträglichkeitsberichte an Bedeutung, die uns bis heute beschäftigen. Vor gut 10 Jahren war die Abklärung der Wassergefahren für mehrere Jahre eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder. Als Ingenieurbüro haben wir auch mit der Realisierung von Bauwerken zu tun, sodass seit rund 20 Jahren auch Umweltbaubegleitungen, dabei insbesondere der Teil Boden mit den Bodenkundlichen Baubegleitungen zunehmend wichtig sind. Aus den Landschaftsplanungen für die Regionalplanungsgruppen sind die Vernetzungsprojekte entstanden. Die Planung der insgesamt 25 erstellten Projekte dauerte von 2005 bis 2013, wobei ein Projekt je nach Flächengrösse 5 bis 10 Monate Arbeit beansprucht. Parallel begann die Umsetzung der Projekte, die ebenfalls arbeitsintensiv ist und viel Koordinationsbedarf erfordert.

Was ist ein Vernetzungsprojekt? 
Das Ziel der Vernetzungsprojekte ist die Erhaltung und Förderung der Vielfalt an einheimischen Tier- und Pflanzenarten. Dies soll durch eine angepasste Bewirtschaftung der Landwirtschaftsflächen erreicht werden. Ökoelemente wie Hecken, Bäume, Buntbrachen oder extensive Wiesen und Weiden sollen so angelegt werden, dass sie ein „ökologisches Wegnetz“ bilden und die Lebensräume miteinander verbinden. Die Landwirte erhalten für ihre erbrachten Leistungen oder für Mindererträge finanzielle Beiträge auf der Grundlage der Direktzahlungsverordnung.  

BSB + Partner fördert die Vernetzung über den ganzen Kanton  In den letzten zehn Jahren konnten wir folgende Vernetzungsprojekte erarbeiten (chronologische Reihenfolge): Bettlach-Altreu, Welschenrohr, Grenchen, Selzach-Bellach, Bättwil-Witterswil, Metzerlen-Hofstetten, Äusseres Wasseramt, Bucheggberg, Mittlerer Leberberg, Unterer Leberberg, Beinwil-Erschwil, Nunnigen-Zullwil-Fehren-Meltingen, Bärschwil-Grindel, Breitenbach-Büsserach, Wasseramt West, Unterer Hauenstein, Kienberg, Leberberg Berggebiet, Gösgen Nord, Gösgen Süd, Mümliswil-Holderbank, Gänsbrunnen, Dünnernthal Berggebiet, Gäu. Für die Trägerschaften verantwortlich zeichnen die Regionalplanungsgruppen (Repla Grenchen-Büren, Repla espaceSOLOTHURN, Regionalverein Olten-Gösgen-Gäu, Region Thal) oder im Bezirk Thierstein und Dorneck die Gemeinden.

Zu den eigenen Projekten wurden wir für den Vollzug zusätzlich mit den Projekten LRO (Landumlegung Region Olten) und Dünnernthal beauftragt. Bei der Umsetzung müssen die Bewirtschafter informiert, die Plangrundlagen der Vereinbarungsflächen erstellt, die angemeldeten Flächen kontrolliert, die Wirkungskontrollen zusammen mit den lokalen Naturkennern organisiert sowie die begleitenden Arbeitsgruppen und die Trägerschaften beraten und die kantonalen Fachstellen dokumentiert werden. Dank der Zusammenlegung der Arbeitsgruppen von 25 auf 7, ist der Aufwand - insbesondere auch an Abendsitzungen - heute bedeutend geringer als in den letzten Jahren.

Die Projekte, die wir aktuell betreuen, umfassen rund 24‘500 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, wovon rund 15% oder 3‘583 ha über Vereinbarungen vernetzt sind. Dadurch werden jährlich rund 3 Millionen Franken Vernetzungsbeiträge generiert, wobei die Beiträge an konkrete Leistungen der Landwirte gebunden sind.  

Win-win-Situation 
Durch die Projekte profitieren einerseits die Landwirte, weil ihre landschaftspflegerischen Leistungen honoriert werden; diese stellen - je nach Betriebsstruktur - zusammen mit den übrigen Direktzahlungen einen wichtigen Teil des Einkommens dar. Andererseits gewinnt auch die Natur, indem aufgrund der richtigen Lage qualitativ wertvolle Lebensräume geschaffen werden.